Hier gibt es alle Infos vom Anbau bis zu fertigen Kürbiskernöl.


Der Steirische Ölkürbis (lat. Cucurbita pepo var. styriaca) ist durch seine schalenlosen Kerne eine besondere Varietät der Speisekürbisse.
Der Ölkürbis ist einjährig und einhäusig, das bedeutet dass beide Geschlechter auf einer Pflanze sind. Er breitet sich am Boden aus, ist ein Flachwurzler, und hat große gelbe trichterförmige Blüten. Er gedeiht besonders auf sandig-lehmigen Böden, bei einem Klima aus Wärme & Feuchtigkeit.
Bei uns wird der Ölkürbis in Reihen angebaut, mit einem Reihenabstand von 1,4m und einem Abstand ca 40 cm in der Reihe.
Da die Pflanze sehr frostempfindlich ist, kann sie schon bei anhaltender kühler Sommerwitterung unter 10°C Schaden nehmen.
Die Kürbisse wachsen relativ schnell, sie können allein über die Nacht um etliche Zentimeter zunehmen. Auch die Ranken können an einem Tag bis zu 15cm an Länge zulegen.


Beim Kürbis ist die Blühperiode die entscheidende ertragsbeeinflussende Zeit, da die Kürbispflanzen aufgrund der Getrenntgeschlechtlichkeit auf die Befruchtung durch Insekten angewiesen sind.
Vor allem Bienen und Hummeln machen die überwiegende Befruchtungsarbeit.
Nach dem Anlegen der Früchte ist der Kürbis nach ca. 55 Tagen reif und für die Ernte bereit.


Im Durchschnitt wiegt so ein reifer Ölkürbis 8-10kg, kann aber auch überdimensionale Größen annehmen, die bis zu 30kg wiegen.
In seinen jungen Jahren ist er dunkelgrün, verfärbt sich dann aber immer mehr in Richtung gelb-orange.
Die Ernte beginnt je nach Witterung Mitte August und endet ca. Ende Oktober.


Für die Ernte wird eine vom Traktor gezogene Erntemaschine verwendet.
Ein paar Tage vor der Ernte müssen die Kürbisse geschwadet werden, damit in der Folge die Reihen von einem sogenannten „Igel“ der Erntemaschinen aufgenommen werden können. Die Maschine bricht die Frucht in kleine Stücke. In einer „Trommel“ werden die Kerne vom Fruchtfleisch getrennt und die Fruchtreste verbleiben als Dünger am Feld.


Die geernteten Kürbiskerne werden dann unverzüglich gewaschen und getrocknet, um Qualitätsverluste zu vermeiden.  
Das Waschen erfolgt hauptsächlich mit Trommelsieben unter Zugabe von viel Wasser.
Vor dem Trocknungsvorgang haben Kürbiskerne einen Wassergehalt von 50-60% und müssen auf 5-8% Restfeuchte herab getrocknet werden. Die Trocknung darf nur durch indirekte Beheizung erfolgen. Die Trocknungstemperatur beträgt 60°C bei einer ungefähren Dauer von 12 Stunden. Während des Trocknungsvorganges werden die Kürbiskerne mehrmalig gerührt (händisch oder mit „Rührwerken“), um ein zusammenkleben der Kerne zu verhindern und den Trocknungsprozess zu beschleunigen.


Nach der Trocknung werden die Kürbiskerne maschinell gereinigt (von Fruchtfleischresten und Schalen- sowie Staubteilen).
Danach werden die Kerne in 30kg Säcke abgefüllt und warten dann in einem kühlen Lager auf ihre Weiterverarbeitung.
Um immer frische Qualität bieten zu können, lassen wir unsere Kürbiskerne nur nach Bedarf Pressen. Etwa 2,6 kg Kürbiskerne werden für einen Liter benötigt. Für die Pressung werden die Kürbiskerne zuerst gemahlen, mit Salz und Wasser verknetet und anschließend schonend geröstet.

icopng Film über Ölproduktion

Das frische Kernöl wird anschließend für mehrere Tage in geeigneten Behältern stehen gelassen, damit sich noch enthaltene Schwebe- und Schlackenstoffe am Boden absetzen können.
Erst dann wird das genussfertige Öl in Flaschen abgefüllt und kommt an den Kunden.